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Notfallversorgung mit Zukunft - Staatssekretär Dr. Nägele besucht Offshore-Luftrettungsstation

 

St. Peter-Ording / Emden Offshore ist im Aufwind. Schon bis Ende 2015 sollen Branchenberichten zufolge in Nord- und Ostsee Windräder mit einer installierten Leistung von insgesamt 3000 Megawatt am Netz sein. Vor diesem Hintergrund besuchte Staatssekretär Dr. Frank Nägele die Offshore-Luftrettungsstation in St. Peter-Ording, die dort von der Northern Helikopter GmbH (NHC) mit Sitz in Emden seit 2014 betrieben wird.  Schon 2010 hat NHC ein Konzept für die Offshore Luftrettung entwickelt, das mittlerweile als Produkt WINDEAcare marktführend in der Deutschen Bucht ist.


„Ich finde Ihr Angebot, besonders die Telemedizin, sehr spannend“, sagte Dr. Frank Nägele, der kürzlich die Offshore-Luftrettungsstation beim Flugplatz in St. Peter-Ording besuchte. Dort informierte sich der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig Holstein auf Einladung von Frank Zabell, Geschäftsführer der Northern HeliCopter GmbH (NHC) über die Offshore-Rettung in Windparks. Gemeinsam mit Betriebsleiter Herbert Janssen stellte er das notfallmedizinische Konzept WINDEAcare vor.
 „Auf den Versorgerschiffen oder Konverter-Plattformen ist ein Rettungsassistent vor Ort, der im Notfall die telemedizinische Unterstützung in Anspruch nehmen kann“, erläuterte Janssen. Geht der Notruf bei der Leitstelle VENTUSmedic ein, fliegt der Rettungshubschrauber los. Besetzt ist dieser grundsätzlich mit zwei Piloten, einem Windenführer, einem Notarzt sowie einem Rettungsassistenten der Johanniter aus dem Regionalverband Weser-Ems.


Während der Rettungshubschrauber zum Patienten fliegt, unterstützt ein Notarzt im Telemedizinzentrum den Rettungsassistenten vor Ort. Sobald der Patient im Rettungshubschrauber liegt, wird er bis zum Eintreffen in eine Klinik weiter in der Luft versorgt.
Kann der Rettungshubschrauber wetterbedingt nicht fliegen, wird der Patient in einer MEDICbox behandelt. Diese kleine mobile Krankenstation befindet sich auf einem Schiff. Für die Sicherheit ihrer Angestellten sind die Betreiber der Windkraftanlagen verantwortlich.
Mit Blick auf die Landesentwicklungsstrategie und auf der Suche nach einer neuen Form von medizinischer Versorgung für sein Land, zeigte sich der Politiker beeindruckt vom ganzheitlichen und praxisorientierten Versorgungskonzept. Eine ähnliche Dienstleistung kann sich der Staatssekretär auch für die Halligen vorstellen, mit einem Rettungsassistenten und einer telemedizinischen Unterstützung vor Ort. Auch die MEDICbox sei eine Option für die Halligen.
Begeistert war der Staatssekretär ferner vom NHC-Rettungshubschrauber mit dem Funkrufnamen „Northern-Rescue-01“, der in St. Peter-Ording stationiert ist und dessen medizinische Ausstattung weit über den Standard hinaus geht.
Mit einem gleich ausgestatteten Ambulanzhubschrauber fliegt NHC vom Heimatflugplatz im niedersächsischen Emden Patienten von den ostfriesischen Inseln zu den Festlandskrankenhäusern.. „Diese Leistung ist eine Ergänzung zum regulären Angebot, wir nehmen mit der Dienstleistung niemanden etwas weg“, betonte Janssen. Der Ambulanzflugdienst stieß bei Dr. Nägele ebenfalls auf Interesse. Das sei eine Notfallversorgung mit Zukunft, sagte der Sozialdemokrat.

Der gleichen Ansicht war auch Landrat Dieter Harrsen, der die Offshore-Ruftrettungsstation einige Tage später besuchte. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels überzeugte ihn ebenfalls der Ambulanzflugdienst von den ostfriesischen Insel, den NHC schon seit 2008 für das Land Niedersachsen durchführt. Das funktionierende Versorgungskonzept gepaart mit den Vorteilen der Telemedizin könne auch für die Patientenversorgung auf den Halligen übernommen werden, sagte Harrsen mit vorausschauendem Blick auf die zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser. Das erhöhte Einsatzaufkommen im Offshore-Bereich sowie die alternativlose und gute geografische Lage des Flugplatzes St. Peter Ording sind für NHC Gründe für den Neubau einer Hubschrauber-Rettungsstation bis Ende 2015. Diese könnte auch für einen Ambulanzflugdienst genutzt werden.

Foto: Staatssekretär Dr. Nägele (links) informiert sich bei NHC-Geschäftsführer Frank Zabell über die Offshore-Luftrettung. Der notärztliche Leiter Dr. Rüdiger Franz, Betriebsleiter Herbert Janssen, Geschäftsführer Frank Zabell und Dr. Frank Nägele vor dem Offshore-Rettungshubschrauber (v.l.).